Mantra-Künstler – wenn Wiederholung zu Musik, Meditation und Hingabe wird
Manche Worte werden gesprochen, um etwas zu erklären. Mantras werden wiederholt, gesungen, geflüstert oder innerlich bewegt. Ein einzelner Klang, eine Silbe, ein Name oder eine längere Formel kann zum Mittelpunkt einer Meditation werden – allein mit einer Mala in der Hand oder gemeinsam in einem Raum voller Stimmen.
Mantra-Künstler bringen diese Praxis heute auf ganz unterschiedliche Bühnen und in unterschiedliche Räume: Kirtan-Abende, Yoga-Retreats, Tempel, Festivals, Workshops, Zeremonien oder moderne Konzerte. Dabei treffen jahrhundertealte religiöse Traditionen auf heutige Musikstile. Genau diese Verbindung macht das Feld so lebendig – und verlangt ein bisschen mehr Sorgfalt als: „Klingt nach Sanskrit, wird schon ein Mantra sein.“
Was ist ein Mantra?
Das Wort mantra stammt aus dem Sanskrit. Mantras sind heilige oder rituell bedeutsame Lautfolgen, Silben, Wörter oder Formeln, die in verschiedenen indischen religiösen Traditionen rezitiert, wiederholt oder gesungen werden.
Mantras spielen insbesondere in hinduistischen, buddhistischen und jainistischen Traditionen eine Rolle, allerdings mit unterschiedlichen Lehren, Funktionen und Praxisformen. Es gibt daher nicht die eine universelle Mantra-Theorie, die für alle Traditionen gleichermaßen gilt.
Ist jedes wiederholte Wort ein Mantra?
Im modernen Sprachgebrauch wird „Mantra“ häufig auch für persönliche Leitsätze wie „Ich bin stark“ verwendet. Solche Affirmationen können eine eigene hilfreiche Praxis sein, sind historisch und religionswissenschaftlich aber nicht automatisch dasselbe wie ein überliefertes Mantra.
LaLuz kann beide Formen sichtbar machen, sollte sie nur sauber benennen: traditionelles beziehungsweise religiös überliefertes Mantra auf der einen Seite, moderne Affirmation oder persönliche Fokusformel auf der anderen.
Was bedeutet Japa?
Japa bezeichnet die wiederholte Rezitation eines Mantras oder göttlichen Namens. Sie kann hörbar, leise oder innerlich stattfinden. Häufig wird eine Gebetskette – eine Mala – verwendet, um Wiederholungen zu zählen und die Aufmerksamkeit bei der Praxis zu halten.
Die bekannte Zahl 108 begegnet in verschiedenen indischen religiösen Zusammenhängen und bei Malas häufig. Ihre Bedeutungen unterscheiden sich je nach Tradition; Eine einzige angeblich naturwissenschaftlich bewiesene „kosmische Zahl“ wird daraus nicht.
Was ist eine Mala?
Eine Mala ist eine Gebets- oder Meditationskette, die in unterschiedlichen indischen und buddhistischen Traditionen zur Rezitation und Zählung verwendet wird. Häufig besitzt sie 108 Perlen beziehungsweise eine entsprechende Unterteilung, doch Form und Gebrauch können variieren.
Eine Mala ist damit mehr als spiritueller Schmuck, wenn sie innerhalb einer konkreten Praxis verwendet wird. Gleichzeitig dürfen Menschen natürlich auch eine Mala als persönlichen Erinnerungsanker tragen.
Was ist Kirtan?
Kirtan bezeichnet Formen gemeinschaftlichen devotionalen Singens und Rezitierens, besonders in hinduistisch geprägten Bhakti-Traditionen. Häufig singt eine leitende Person eine Zeile oder einen Namen vor und die Gruppe antwortet – ein Call-and-Response-Prinzip.
Harmonium, Tabla, Mridanga, Kartals, Trommel, Gitarre oder andere Instrumente können begleiten. Moderne Kirtans verbinden traditionelle Texte teilweise mit westlichen Harmonien und Konzertformen.
Was ist Bhajan?
Bhajan bezeichnet devotionalen Gesang beziehungsweise religiöse Lieder in südasiatischen Traditionen. Im Unterschied zum oft responsorisch aufgebauten Kirtan kann ein Bhajan stärker liedförmig sein, wobei die Begriffe in heutiger Praxis nicht immer messerscharf getrennt werden.
Entscheidend ist: Kirtan und Bhajan sind nicht bloß Musikgenres mit exotischem Klang. Sie sind eng mit Bhakti – Hingabe – und religiösen beziehungsweise gemeinschaftlichen Praxisformen verbunden.
Was bedeutet Bhakti?
Bhakti lässt sich vereinfacht als Hingabe oder liebende Beziehung zum Göttlichen beschreiben und ist ein zentraler Strang vieler hinduistischer Traditionen. Gesang, Rezitation und das Wiederholen göttlicher Namen können Ausdruck dieser Hingabe sein.
Ein moderner Kirtan-Abend in Europa kann diesen Hintergrund unterschiedlich stark betonen. Ein guter Anbieter macht transparent, ob die Veranstaltung religiös-devotional, spirituell offen, musikalisch-künstlerisch oder eine Mischung daraus ist.
Sanskrit – Sprache, Klang und Bedeutung
Viele bekannte Mantras sind in Sanskrit überliefert, aber nicht alle Mantra-Traditionen verwenden Sanskrit. Buddhistische Mantras können beispielsweise auch in anderen liturgischen und regionalen Sprachformen begegnen.
Bei Sanskrit-Mantras gehören Klang und Bedeutung zusammen, auch wenn unterschiedliche Schulen der Lautgestalt selbst besondere Bedeutung zuschreiben. Wer ein Mantra öffentlich lehrt oder aufführt, sollte deshalb möglichst wissen, was gesungen wird und aus welchem Kontext es stammt.
Muss Sanskrit perfekt ausgesprochen werden?
Aussprache ist in vielen Mantra-Traditionen wichtig, weil Lautform und Überlieferung Teil der Praxis sind. Gleichzeitig existieren regionale, schulenspezifische und moderne Varianten.
Eine gute Haltung ist: sorgfältig lernen, Herkunft benennen und nicht so tun, als müsse jeder Neuling beim ersten Kirtan eine sprachwissenschaftliche Prüfung bestehen. Respekt und Lernbereitschaft sind wichtiger als spiritueller Aussprache-Perfektionismus.
Om beziehungsweise Aum
Om/Aum ist eine der bekanntesten heiligen Silben indischer Religionen und besitzt je nach philosophischer und religiöser Tradition unterschiedliche Bedeutungen. Sie erscheint in zahlreichen Texten, Ritualen und Meditationsformen.
Die Silbe sollte nicht auf eine angeblich einzelne messbare „Om-Frequenz“ reduziert werden. Religiöse Symbolik und akustische Frequenzmessung sind zwei verschiedene Ebenen.
Bija-Mantras
Bīja bedeutet „Samen“. Bija-Mantras sind kurze, oft einsilbige Mantras, die in bestimmten hinduistischen und tantrischen Traditionen eine besondere rituelle und symbolische Funktion besitzen.
Populäre Chakra-Tabellen ordnen Bija-Silben häufig einzelnen Chakren zu. Solche Zuordnungen sollten als Teil bestimmter spiritueller Systeme erklärt und nicht als universelle medizinische Frequenzkarte des Körpers dargestellt werden.
Mantras und Chakren
Mantra-Praxis und Chakra-Lehren überschneiden sich in verschiedenen tantrischen und modernen Yoga-Traditionen. Die heute populären sieben Chakren mit festen Farben, Tönen und Bija-Silben sind jedoch eine vereinfachte moderne Darstellung eines historisch vielfältigeren Feldes.
Wer tiefer einsteigen möchte, findet die Einzelheiten deshalb auf der eigenen Seite zur Chakra-Arbeit.
Mantra-Meditation
Bei Mantra-Meditation wird ein Laut, Wort oder eine Formel wiederholt und als Fokus der Aufmerksamkeit genutzt. Je nach Tradition geschieht dies still, geflüstert, gesprochen oder gesungen.
Die Wiederholung kann Struktur geben, Gedanken bündeln und einen meditativen Rhythmus schaffen. Spirituell kann sie zusätzlich als Gebet, Hingabe, Erinnerung, Schutzpraxis oder Verbindung mit einer bestimmten Gottheit beziehungsweise Lehre verstanden werden.
Mantra-Singen
Sobald ein Mantra melodisch gesungen wird, treffen Meditation und Musik aufeinander. Wiederholung macht es möglich, dass eine Gruppe schnell einsteigen kann, auch ohne ein langes Lied zu kennen.
Das gemeinsame Singen kann von sehr still und kontemplativ bis ekstatisch und tanzbar reichen. Ein Mantra-Konzert ist deshalb nicht automatisch eine Meditation im Schneidersitz – manchmal steht am Ende eben doch der halbe Saal.
Call and Response
Call and Response ist besonders im Kirtan verbreitet: Eine leitende Stimme singt eine Phrase vor, die Gruppe antwortet. Dadurch können Menschen ohne Noten oder lange Vorbereitung teilnehmen.
Musikalisch schafft das Wechselspiel Dynamik; sozial kann es ein starkes Gefühl gemeinsamer Beteiligung erzeugen. Die Praxis sollte trotzdem nicht als ursprünglich universelles Muster aller Mantra-Traditionen dargestellt werden.
Welche Instrumente verwenden Mantra-Künstler?
Harmonium oder Shruti Box für Bordun und Akkordbegleitung.
Mridanga, Tabla und andere Trommeln.
Kartals, Zimbeln oder kleine Percussion.
Gitarre, Klavier, Handpan oder moderne westliche Instrumente.
Tanpura beziehungsweise Tambura und andere Saiteninstrumente.
Stimme – solo, im Wechselgesang oder als Chor.
je nach Stil elektronische Klangflächen und moderne Produktion.
Ein Instrument wird durch seine Verwendung nicht automatisch traditionell. Ein Kirtan mit Gitarre kann eine moderne westliche Bearbeitung sein – und genau so darf er auch bezeichnet werden.
Traditioneller Kirtan und moderner Mantra-Pop
Heute reicht Mantra-Musik von tempelgebundener devotionaler Praxis bis zu professionell produzierten Festivalshows. Synthesizer, Pop-Harmonien, elektronische Beats und Singer-Songwriter-Elemente können mit überlieferten Texten verbunden werden.
Diese Entwicklung ist nicht automatisch respektlos oder „unecht“. Wichtig ist Transparenz: Was stammt aus einer Tradition? Was ist musikalische Bearbeitung? Was ist eine Eigenkomposition? Und wie versteht der Künstler selbst seine Beziehung zum Text?
Mantra-Künstler und spirituelle Musiker
Jeder Mantra-Künstler kann zugleich ein spiritueller Musiker sein. Nicht jeder spirituelle Musiker arbeitet jedoch mit Mantras.
Deshalb bleibt die LaLuz-Pillarpage „Spirituelle Musiker“ der größere Künstlerbereich für Zeremonien, Retreats, Medicine Music und spirituelle Konzerte. Diese Seite konzentriert sich auf Mantra, Kirtan, Bhajan und verwandte devotional-musikalische Praxis.
Mantra und Heilsingen
Mantra-Singen kann sich subjektiv ähnlich anfühlen wie Heilsingen: Stimme, Atem, Wiederholung und gemeinsamer Klang stehen im Raum. Historisch und kulturell sind die Begriffe aber nicht austauschbar.
„Klangsänger & Heilsingen“ bleibt auf LaLuz die Seite für freie Stimme, Tönen, Summen und intuitiven Gesang. Ein Sanskrit-Mantra mit konkretem religiösem Hintergrund sollte nicht einfach als beliebige Heilsilbe umetikettiert werden.
Mantra und Sound Healing
Mantras können Teil einer Sound-Healing-Session sein, doch Sound Healing ist instrumentenübergreifend und häufig rezeptiv. Mantra-Praxis kann dagegen stark partizipativ, sprachlich und devotional sein.
Wenn ein Anbieter beides verbindet, kann sein Profil selbstverständlich in beiden Wegen erscheinen – sofern die Inhalte tatsächlich vorhanden sind.
Mantra und Religion – muss ich Hindu oder Buddhist sein?
Mantra-Praxis wird heute weltweit auch von Menschen ausgeübt, die sich keiner bestimmten Religion zuordnen. Gleichzeitig stammen viele Mantras aus konkreten religiösen Traditionen.
Man kann einen offenen Zugang wählen und trotzdem respektieren, dass ein Text für andere Menschen Gebet, Gottesname oder Teil einer verbindlichen religiösen Praxis ist. Offenheit und Kontext müssen sich nicht gegenseitig ausschließen.
Darf jeder jedes Mantra singen?
Viele Mantras und devotionalen Lieder werden öffentlich gelehrt und gemeinsam gesungen. Andere Praktiken können innerhalb bestimmter Traditionen an Initiation, Lehrer-Schüler-Beziehungen oder besondere rituelle Kontexte gebunden sein.
Eine pauschale Regel lässt sich daraus nicht ableiten. Ein verantwortungsvoller Lehrer oder Künstler kennt den Kontext seiner Texte und kann erklären, wie und warum er sie weitergibt.
Kulturelle Aneignung oder kultureller Austausch?
Diese Frage lässt sich nicht allein daran entscheiden, welche Hautfarbe jemand hat oder wo er geboren wurde. Relevant sind unter anderem Herkunft, Machtverhältnisse, Kontext, Respekt, Beziehung zu Lehrenden oder Gemeinschaften, korrekte Zuschreibung und kommerzielle Nutzung.
Gute Praxis beginnt mit einfachen Dingen: nicht behaupten, etwas selbst erfunden zu haben, Quellen und Lehrer nennen, Bedeutungen nicht absichtlich verdrehen und religiöse Symbole nicht bloß als exotische Bühnenrequisite verwenden.
Übersetzungen von Mantras
Übersetzungen können helfen, die Bedeutung eines Mantras zu verstehen. Manche Sanskrit-Begriffe besitzen jedoch mehrere Bedeutungsnuancen und lassen sich nicht immer mit einem einzigen deutschen Satz vollständig wiedergeben.
Anbieter sollten deshalb vorsichtig sein mit dramatischen Übersetzungen wie „dieses Mantra bedeutet wortwörtlich: Deine DNA erwacht in kosmischer Liebe“, wenn der ursprüngliche Text etwas ganz anderes sagt. Paci Mani kontrolliert notfalls die Hausaufgaben.
Mantra und „Frequenz“
Gesungene Mantras erzeugen natürlich hörbaren Schall mit messbaren Frequenzen. Daraus folgt aber nicht, dass ein bestimmtes Mantra aufgrund einer festen Hertz-Zahl eine wissenschaftlich bewiesene Heilwirkung besitzt.
Aussagen zu 432 Hz, 528 Hz, Solfeggio und anderen Frequenzmodellen gehören auf LaLuz zur Pillarpage „Frequenztherapie“. Die Bedeutung eines Mantras sollte nicht auf eine vermeintliche einzelne Frequenz reduziert werden.
Was sagt die Forschung zu Mantra-Meditation?
Mantra-basierte Meditation ist wissenschaftlich untersucht worden. Eine systematische Übersicht und Meta-Analyse von 2022 wertete randomisierte kontrollierte Studien aus und fand gegenüber Kontrollbedingungen kleine bis mittlere statistische Effekte unter anderem bei selbstberichteter Angst, Depression und Stress.
Die Autoren betonten zugleich deutliche Einschränkungen: Keine der 52 eingeschlossenen Studien wurde insgesamt als niedriges Bias-Risiko bewertet; klinische Stichproben und Langzeitbeobachtungen waren begrenzt. Mantra-Meditation ist also ein ernstzunehmender Forschungsgegenstand – aber kein Freibrief für pauschale Heilversprechen.
Was sagt die Forschung zu spirituellem Wohlbefinden?
Eine 2025 veröffentlichte systematische Übersicht und Meta-Analyse untersuchte Mantram-Repetition und spirituelles Wohlbefinden. Sie fand sieben geeignete Studien mit insgesamt 556 Teilnehmenden und einen positiven gepoolten Effekt.
Auch hier gilt: Sieben Studien sind kein endgültiges Urteil über alle Formen von Mantra, Kirtan oder Mantra-Musik. Die Ergebnisse betreffen spezifische Interventionen und rechtfertigen weitere Forschung, nicht die Aussage, jedes Mantra-Konzert erzeuge automatisch spirituelles Wohlbefinden.
Warum ältere Reviews teilweise vorsichtiger waren
Eine große systematische Review von 2014 fand für Mantra-Meditationsprogramme bei psychologischem Stress und Wohlbefinden überwiegend geringe beziehungsweise unzureichende Evidenz. Spätere Reviews konnten zusätzliche randomisierte Studien einbeziehen und kamen bei einzelnen Outcomes zu positiveren Ergebnissen.
Das ist kein Widerspruch, den LaLuz verstecken muss. Wissenschaft verändert sich, wenn neue Studien hinzukommen. Entscheidend ist, den jeweiligen Forschungsstand und seine Grenzen zeitlich korrekt einzuordnen.
Mantra ist nicht automatisch Therapie
Ein Kirtan, eine Japa-Praxis oder ein Mantra-Konzert kann meditativ, emotional und spirituell sehr bedeutsam sein. Es ist dadurch nicht automatisch Psychotherapie oder medizinische Behandlung.
Bei psychischen oder körperlichen Erkrankungen sollten Anbieter keine notwendige fachliche Behandlung ersetzen und keine Heilgarantien aussprechen.
Können Mantras Nebenwirkungen haben?
Meditation wird häufig als grundsätzlich harmlos dargestellt. Tatsächlich können intensive meditative oder religiöse Praktiken bei einzelnen Menschen auch Unruhe, belastende Emotionen oder andere schwierige Erfahrungen auslösen. In der Mantra-Forschung wurden mögliche unerwünschte Wirkungen lange nur unzureichend systematisch erfasst.
Verantwortungsvolle Anbieter erlauben Pausen, Ausstieg und individuelle Dosierung und deuten Überforderung nicht automatisch als notwendigen spirituellen Durchbruch.
Stimme und Lautstärke
Bei langen Kirtans oder Workshops kann die Stimme stark beansprucht werden. Schmerzen oder anhaltende Heiserkeit sind kein Zeichen besonderer Hingabe. Eine gesunde Stimmtechnik, Trinkpausen und angemessene Lautstärke sind sinnvoll.
Auch verstärkte Musik kann das Gehör belasten. Spirituell wertvoll und unnötig laut sind zwei völlig verschiedene Kategorien.
Mantra-Workshop und Ausbildung
Mantra-Workshops können von einem offenen Kennenlernen bis zu vertiefter religionsbezogener Praxis reichen. Eine „Mantra-Ausbildung“ ist kein einheitlich staatlich geregelter Abschluss.
Wer Mantras professionell weitergeben oder Kirtans leiten möchte, sollte mehr lernen als Melodie und Akkorde:
Herkunft und Bedeutung der verwendeten Mantras.
Grundlagen von Sanskrit-Aussprache beziehungsweise der jeweiligen Sprache.
Unterschiede zwischen Mantra, Japa, Kirtan und Bhajan.
religiöse und philosophische Kontexte.
musikalische Leitung und Call-and-Response.
Stimmgesundheit und Gruppendynamik.
kulturelle Sensibilität, Quellen und Lehrerbezüge.
klare Grenzen zu Therapie und medizinischen Heilversprechen.
praktische Erfahrung, Feedback und verantwortungsvolle Weitergabe.
Woran erkenne ich einen verantwortungsvollen Mantra-Künstler?
Er kann erklären, welche Mantras er singt und woher sie stammen.
Er unterscheidet überlieferte Texte von Eigenkompositionen und modernen Bearbeitungen.
Er macht keine garantierten Heilversprechen.
Er respektiert religiöse und kulturelle Kontexte.
Er verkauft Sanskrit nicht als geheimnisvolle Fantasiesprache.
Er ist offen dafür, Aussprache und Bedeutung weiterzulernen.
Er erklärt, ob ein Abend Konzert, Kirtan, Meditation, Workshop oder religiös-devotionale Praxis ist.
Teilnahme, Mitsingen und körperliche Nähe bleiben freiwillig.
Musikalische Qualität, Technik, Honorar und Veranstaltungsanforderungen sind transparent.
Häufige Fragen
Was ist ein Mantra?
Eine heilige oder rituell bedeutsame Lautfolge, Silbe, ein Wort oder eine Formel, die in verschiedenen indischen religiösen Traditionen rezitiert, wiederholt oder gesungen wird.
Was ist ein Mantra-Künstler?
Ein Musiker oder Sänger, dessen Arbeit wesentlich mit Mantras, Kirtan, Bhajan oder verwandten devotionalen Musikformen verbunden ist.
Was ist Japa?
Die wiederholte Rezitation eines Mantras oder göttlichen Namens – hörbar, leise oder innerlich.
Was ist eine Mala?
Eine Gebets- beziehungsweise Meditationskette, die unter anderem zum Zählen von Mantra-Wiederholungen verwendet wird.
Was ist Kirtan?
Eine Form gemeinschaftlichen devotionalen Singens, häufig im Call-and-Response, besonders in hinduistisch geprägten Bhakti-Traditionen.
Was ist Bhajan?
Ein devotionales Lied beziehungsweise religiöser Gesang in südasiatischen Traditionen; die Abgrenzung zu Kirtan kann je nach Praxis fließend sein.
Was bedeutet Bhakti?
Vereinfacht: Hingabe beziehungsweise liebende Beziehung zum Göttlichen; ein wichtiger Hintergrund vieler Kirtan- und Bhajan-Traditionen.
Sind alle Mantras Sanskrit?
Nein. Viele bekannte Mantras sind Sanskrit, doch verschiedene buddhistische und andere Traditionen verwenden auch weitere liturgische oder regionale Sprachen.
Muss ich Sanskrit können?
Nein, um an einem offenen Kirtan teilzunehmen. Wer Mantras lehrt oder professionell aufführt, sollte sich jedoch mit Aussprache, Bedeutung und Herkunft beschäftigen.
Was bedeutet Om?
Om/Aum ist eine heilige Silbe mit unterschiedlichen Bedeutungen in mehreren indischen religiösen und philosophischen Traditionen.
Was sind Bija-Mantras?
Kurze sogenannte Samen-Mantras mit besonderen Funktionen in bestimmten hinduistischen und tantrischen Traditionen.
Ist eine Affirmation ein Mantra?
Im modernen Alltag wird der Begriff oft so verwendet. Historisch ist eine persönliche Affirmation jedoch nicht automatisch dasselbe wie ein religiös überliefertes Mantra.
Ist Mantra-Meditation wissenschaftlich untersucht?
Ja. Meta-Analysen finden bei bestimmten Outcomes kleine bis mittlere Effekte, weisen aber auf Bias-Risiken, begrenzte klinische Stichproben und weiteren Forschungsbedarf hin.
Kann ein Mantra Krankheiten heilen?
Für pauschale oder garantierte Krankheitsheilungen durch Mantras gibt es keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage.
Ist Kirtan eine Religion?
Kirtan ist eine Praxisform, besonders innerhalb hinduistischer Bhakti-Traditionen. Moderne Kirtan-Veranstaltungen können unterschiedlich religiös oder offen-spirituell ausgerichtet sein.
Darf jeder Mantras singen?
Viele Mantras werden öffentlich praktiziert; andere können an bestimmte Überlieferungs- oder Initiationskontexte gebunden sein. Der konkrete Kontext ist entscheidend.
Was ist der Unterschied zwischen Mantra-Künstler und Klangsänger?
Mantra-Künstler arbeiten gezielt mit Mantras und devotionalen Traditionen. Klangsänger & Heilsingen fokussiert freie Stimme, Tönen, Summen und intuitive Vokalisation.
Wie finde ich einen seriösen Mantra-Künstler?
Achte auf transparente Herkunft der Texte, respektvollen Umgang mit Traditionen, nachvollziehbare musikalische Erfahrung und eine Sprache ohne garantierte Heilversprechen.
Mantra-Künstler auf LaLuz.world
◎
Noch kein Eintrag zu Mantra-Künstler
In diesem Bereich ist noch kein Profil veröffentlicht. Die Suche zeigt
dir verwandte Wege – und wer selbst Mantra-Künstler unterrichtet, kann sich
hier eintragen.
Mantras, Kirtan und Bhajan dürfen als spirituelle, religiöse, meditative und musikalische Praxis beschrieben werden. Traditionelle Bedeutungen sollten möglichst quellenbasiert und traditionsspezifisch erklärt werden.
Keine garantierten Heilversprechen, keine erfundenen Sanskrit-Übersetzungen, keine pseudowissenschaftlichen Hertz-Zuordnungen und keine pauschale Behauptung, alle Mantras wirkten auf dieselbe Weise. Medizinische oder psychotherapeutische Behandlung nicht durch Mantra-Angebote ersetzen.
Verbindung wird wiederhergestellt …
(Versuch ,
nächster in s)
Die Verbindung konnte nicht wiederhergestellt werden.
Seite neu laden
Die Sitzung ist abgelaufen.
Seite neu laden